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Methoden

›› Heilpädagogisches Spiel

Das heilpädagogische Spiel zeichnet sich dadurch aus, dass wir die momentane Situation des Kindes, d.h. den Entwicklungsstand und das Lebensumfeld wahrnehmen und interpretieren als Grundlage für die Gestaltung der Fördersituation.

Dazu nutzen wir das Spielzeug des Kindes und setzen gezielt eigenes Material ein.


Wir fördern das Kind durch das Spiel, weil spielen die Weise ist, in der das Kind sich die Umwelt erschließt und lernt. Das kindliche Spiel ist Grundlage für alle Entwicklungs- und Lernprozesse des Menschen.

Dabei kommt der Entwicklung in den ersten Jahren eine besondere Bedeutung zu, da es in dieser Zeit die größtmögliche Beeinflussung und Lernmöglichkeit gibt (Plastizität des Gehirns). Nie wieder erwirbt ein Kind so viele Fähigkeiten, wie in den ersten Lebensjahren!


In der Förderung von Säuglingen, Kleinkindern und Vorschulkindern berücksichtigen wir jeweils abhängig vom Entwicklungsalter folgende Spielformen:

  • Erstes Lebensjahr: Das Funktionsspiel
  • Zweites Lebensjahr: Symbolspiel und Funktionsspiel
  • Drittes bis sechstes Lebensjahr: Rollenspiel und Konstruktionsspiel


Im heilpädagogischen Spiel fördern wir folgende Bereiche

  • Soziale Fähigkeiten
  • Kommunikation
  • Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen
  • Problemlöseverhalten
  • Wahrnehmung
  • Ausdauer
  • Konzentration
  • logisches Denken und Merkfähigkeit
  • motorische Fähigkeiten

 

Heilpädagogisches Spiel ist ganzheitlich. d.h. bezieht alle Entwicklungsbereiche des Kindes mit ein.


Grundlegender Bestandteil des Förderprozesses ist die Beziehungsgestaltung zwischen dem Kind, seinen Eltern und der Frühförderin.

›› Sensorische Integration (SI)

Die SI ist eine Methode, um die unterschiedlichen Wahrnehmungseindrücke zu ordnen und zu sortieren, damit das Kind sich besser bewegen und angemessen verhalten kann.

Im Alltag müssen unterschiedliche Sinnesreize wie Hören, Riechen, Tasten, Sehen, Gleichgewicht, Druck und Zug vom Kind aufgenommen und verarbeitet werden.

Diese Sinneseindrücke werden ans Gehirn geleitet, dort geordnet und sortiert und zu Informationen verarbeitet (integriert), die uns sinnvoll handeln lassen.

Bei manchen Kindern ist die Sinn gebende Verarbeitung von Reizen beeinträchtigt. Das kann sich folgendermaßen äußern, das Kind ist…

  • zappelig
  • ungeschickt
  • hypersensibel
  • schmerzüber- oder unterempfindlich
  • antriebsarm
  • lärmempfindlich
  • wenig selbstbewusst
  • mangelnd kraftdosiert
  • taktil abwehrend
  • gleichgewichtsunsicher
  • wenig konzentriert

In der Frühförderung werden die Basissinne Sehen, Hören, Fühlen und Gleichgewicht angeregt, um diese Sinneseindrücke zu verknüpfen.
Das Kind wird dadurch zu gezielteren sinnvollen Handlungsstrategien befähigt und gelangt zu mehr Sicherheit in der Alltagsbewältigung.

Dazu benutzen wir unter anderem spezielle Materialien wie Knautschsack, Rollbrett, Rasierschaum, Hängematte, Sandsäcke, Seile, Kastanienbad, ...
Diese Übungen müssen in der Regel über einen längeren Zeitraum wiederholt werden, damit sich die Sinnesintegration festigt und automatisiert.

›› Sprache

Sprechen beginnt nicht mit dem ersten Wort.

Bevor ein Kind das erste Wort spricht, hat es durch Blickkontakt, Saugen, Lallen, Lautieren, Begreifen, etc. reichlich geübt.

Bei der Sprachförderung gibt es sehr unterschiedliche Ansatzpunkte und Zugänge. Sprache entwickelt sich nicht nur dadurch, dass mit dem Kind gesprochen wird.

Sprechen ist ein sehr komplizierter Vorgang, der nur funktioniert, wenn die Bereiche Motorik, Wahrnehmung, soziale und emotionale Stabilität gut entwickelt sind.

In der Frühförderung geht es darum, die Ursachen der Sprachauffälligkeit zu erfassen. Diese können ihren Grund haben in:

  • Körperlichen Beeinträchtigungen
  • Geistiger Beeinträchtigung
  • Emotionalen und sozialen Schwierigkeiten (z. B. Krankheit, Trennung, Trauma, Angst, Gewalt)
  • Motorischen Einschränkungen

Wir fördern:

  • die Lust am Sprechen
  • den Wortschatz
  • das Sprachverständnis
  • die Grammatik

›› Psychomotorik

Psychomotorik kennzeichnet den engen Zusammenhang von Wahrnehmung, Bewegung, Erleben und Handeln.

Diese Methode hat das Ziel, das Kind ganzheitlich in seiner Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.

In der Förderung wird Kindern Gelegenheit zu intensiven Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen geboten.

Wir arbeiten mit Kindern:

  • die in ihren Bewegungen ängstlich und gehemmt erscheinen und sich nur wenig zutrauen
  • die ständig unruhig und in Bewegung sind und somit unkonzentriert zu sein scheinen
  • die auffallen, weil sie anstoßen, stolpern oder hinfallen und insgesamt ungeschickt wirken
  • die deutliche Bewegungsauffälligkeiten aufgrund von Behinderung zeigen
  • die in ihrer Wahrnehmung auffällig oder gestört sind
  • die Sprachauffälligkeiten, Lern- und Verhaltensschwierigkeiten aufweisen

Ziel ist es, dass das Kind seine gegenständliche Umwelt über verschiedene Sinne differenzierter erfährt, sich in ihr orientiert und angemessen handelt.

Es lernt zudem seine soziale Umwelt in ihrer Vielfalt kennen und in ihr entsprechend zu kommunizieren und zu handeln.

›› Elternarbeit

Die Zusammenarbeit mit Eltern ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Frühförderarbeit.

Am Anfang benennen die Eltern ihre Wünsche, Ziele und Erwartungen. Zusammen mit unserer diagnostischen Einschätzung entstehen Förderaufträge.
Dabei ist es uns ein wichtiges Anliegen, elterliche Kompetenzen zu stärken, ihre Kräfte und Ressourcen aufzuspüren, damit sie ihren individuellen Weg zur Förderung ihres Kindes gehen können.

Wir sind davon überzeugt, dass Sie die Experten Ihres Kindes sind und nehmen Ihre Beobachtungen und Informationen als wichtige Grundlage für unsere Arbeit.

Uns ist bewusst. dass die Haupterziehungsarbeit in Ihren Händen liegt und unterstützen Sie darin, neue Wege und Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung zu finden und in den Alltag umzusetzen.

Bedeutsam kann sowohl die Einbeziehung von Geschwistern in den Förderprozess sein, als auch Unterstützung bei dem Herstellen entlastender Kontakte und Hilfen.

Es gehört auch zu unseren Aufgaben, Eltern zu Fragen ihrer Rolle und Funktion zu beraten und zu begleiten. Hierbei kann es um Fragen zu Kindesentwicklung, Kindergarten- und Schulwahl oder auch um Prozesse wie z.B. Erziehungsziele, Trauer, Überforderung, ... gehen.